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2008 31 Okt

Wurzelbacherman und das Recht auf Nichtwählen

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Ich muss zugegeben, dass der Wahlkampf in den USA zur Zeit zu meinen Lieblingsthemen zählt. Das Ganze ist einfach so verrückt, dass ich aus dem Staunen über soviel Quatsch gar nicht mehr herauskomme. Zudem habe ich einen Wahlkampf in dieser Art noch nie erlebt, da ich bei den letzten US-Wahlen eher auf dem Pokémon- , als auf dem Politik-Trip war.
 
In letzter Zeit habe ich wie viele andere über Joe Wurzelbacher, den Klempner gestaunt. Er rät den US-Bürgern dazu, fremde Meinungen nicht zu übernehmen sondern sich selbst zu informieren und eine eigene Meinung zu bilden. Das klingt ja auch ganz vernünftig, aber er scheint seine Aussage selbst nicht gerade zu befolgen. Sonst würde er doch nicht behaupten, dass Amerika unter Obama keine Demokratie mehr sein und zu einem sozialistischer Staatenbund werden würde.
 
Wenn man einmal davon absieht, dass Amerika erst einmal zu einer richtigen Demokratie werden müsste, um von Obama entdemokratisiert werden zu können, muss man sich doch trotzdem fragen, wieso jemand diesen Unfug glaubt. Bei der Möglichkeit auf ausführliche und wahrheitsgetreue Informationen sollte den meisten Amerikanern in meinen Augen nämlich klar werden, dass die Republikaner größtenteils Kuhmist von sich geben.
 
Da aber viele Amerikaner den Worten Wurzelbachers Glauben schenken, muss man sich fragen, ob sie entweder schlecht informiert sind, oder wirklich so beschränkt denken. Passend dazu ein Zitat aus der Welt :
 

Die Beliebtheit des Klempners erlitt auch keine Beeinträchtigung, als sich Wurzelbacher auf den zweiten Blick als etwas zwielichtiger Geselle entpuppte: Weder besitzt er eine Klempner-Lizenz, noch befindet er sich in ernsthaften Verhandlungen für den Kauf eines Betriebes. Die Steuern, die er so fürchtet, zahlte der dreimal geschiedene, alleinerziehende Vater bislang nicht, zumindest nicht vollständig: Beim Finanzamt steht er mit 1200 Dollar Steuerschulden in der Kreide, weshalb seit Anfang 2007 auch ein Gerichtsverfahren gegen ihn läuft.
 
Recherchen der „New York Times“ ergaben zudem, dass Wurzelbacher bei seinem bisherigen Einkommen von den Steuerplänen Obamas eher profitieren würde. Das gälte auch, wenn er den Betrieb seines Chefs übernähme, ergaben weitere Nachforschungen, denn das Klempner-Unternehmen ist nach Angaben des Besitzers von einem jährlichen Gewinn von 250.000 Dollar noch weit entfernt.

 
Also wirklich, Herr Wurzelbacher*. Wieso folgen sie nicht ihrem eigenen Rat, informieren sich und sehen dann ein, dass Obamas Konzept Leute wie sie unterstützen würde. Keinen Bock? Keine Zeit? Analphabet? Oder was ist sonst der Grund für ihre Sturheit?
 
Parallel zu diesem Irrsinn gibt es aber auch eine Sache, die mir an diesem Wahlkampf zusagt: die Demokraten versuchen den Menschen mit allen Mitteln zu zeigen, dass jede Stimme zählt und jeder sein Recht zum Wählen nutzen sollte. Denn wer nicht wählen geht, der hat später auch kein Recht sich aufzuregen. Will Smith trifft das im folgenden Film meiner Meinung nach ganz gut: “If you don’t vote, than you’ve to shut up!” .
 


 
 
*wie spricht man den Namen eigentlich im Englischen aus? Worzlbaker?

This entry was posted on Freitag, 31. Oktober 2008 and is filed under "Politik, Videos & Filme, Wirtschaft". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. You can leave a response here, or send a trackback from your own site.

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