Eigentlich wollte ich in diesem Jahr ja nicht mehr mit meiner Familie vereisen, aber irgendwie saß ich dann doch im Auto. Über die schöne Schweiz, in der die Berge (oder sind es die Straßen?) immer schön eingezäunt sind, damit die bösen Besucher auch ja nicht auf die Idee kommen, irgendetwas dreckig zu machen oder an das Matterhorn zu pinkeln, ging es nach Italien, dem Land der Italiener, ihrer Frauen, ihrer Kinder und ihrer Touristen.
Das ist eigentlich gar keine solange Fahrt, man kann sie aber verlängern, in dem man darauf besteht seinen Angelkahn mit 6PS-Motor unbedingt mitzunehmen. Dann rattert man gemütlich mit Tempo 80 über die Straßen und macht jede Stunde eine Pause, da die kleinen Reifen des Trailers sonst platzen könnten.
Nach geschätzten fünfzigtausend Pausen waren wir dann in Italien und es wurde heiß. Sau heiß. Es wurde so verdammt heiß, dass ich zu schwitzen begann, und ich schwitze nie. Am Abend haben wir in einem kleinen Berghotel übernachtet, wo wir die ersten dummen Blicke für unser Boot kassiert haben - es sollten nicht die letzten sein.
Am nächsten Tag ging die frohe Fahrt weiter, allerdings wussten wir nach einer Weile nicht mehr so genau, wo wir waren und noch wichtiger, wo Elba war. Meine Mutter ging in eine Tankstelle und diskutierte mit ihrem perfekten Italienisch (großes Latinum und Berlitz Italienischkurs machen’s möglich
) mit dem Tankwart. Kurz darauf kam sie mit zwei Daumen nach oben herausgestürmt und wir alle waren glücklich, weil sie wusste, wo es langgehen sollte. Äh halt, wusste sie nicht. Sie freute sich nur so, weil der Tankwart ihre Frage doch wirklich komplett verstanden hatte - mit der Antwort hatte sie wiederum wenig bis gar nichts anfangen können. Also ging es noch einmal in die Tankstelle und kurz darauf saßen wir wieder alle im Auto, hoffend, dass die Richtung, die der werte Herr uns mit fuchtelnden Armen beschrieben hatte, uns auch wirklich nach Elba und nicht nach Rom führen würde.
Ein paar Stunden später war die Sache dann klar. Ein Meer, eine Insel, viele Fähren und immer noch diese verdammte Hitze. Wir stellten uns mit unserem Bus in der Schlange zur Fähre an und dann erlebten wir unseren ersten richtigen Schock. Während man in Deutschland nämlich peinlich darauf berührt ist, beim Einfahren in das Schiff alles geordnet ablaufen zu lassen und ja niemanden zu behindern, ist in Italien das Gegenteil der Fall. Kaum winkt einer der “Fährenmänner”, fahren ALLE bis auf die verunsicherten und ängstlichen Touristen los und drängeln, was da Zeug hält. Jeder fährt im Zickzack, bremst andere aus und denkt sich, dass der andere schon rechtzeitig bremsen wird - was er komischerweise auch tut. Das Einfahren in die Fähre war jedenfalls ein Erlebnis für sich und als wir dann ablegten, konnten wir die Gesichter von ein paar ausländische Touristen sehen, die in der Schlange weit vorne gewesen waren, aber vor dem Fahrstil der Italiener kapituliert hatten.
Das war der erste Teil meines Urlaubsberichts und gleichzeitig der hundertste Beitrag auf Sockenblog - wie doch die Zeit vergeht. Teil zwei folgt demnächst, irgendwann, wenn ich einmal Zeit habe. Bis dahin wünsche ich euch noch schöne Ferien - wo immer ihr gerade auch sein mögt.




