Nachdem wir es mit Müh und Not auf die Fähre geschafft hatten (lebendig, wie sich später herausstellte,) gingen wir erst einmal im billig Discounter einkaufen. Italienische Wurst, deutsches Bier und englischen Toast - was man zum Überleben eben so braucht. Dazu dann noch kleine Tintenfische, eingelegt in Öl und noch mehr deutsches Bier - man weiß ja nie.
Mit Freunden, die uns auf die Insel zu sich eingeladen hatten, ging es dann los, in Elbas Berge, bis zu einem versteckten Haus, das man über den beschissensten Feldweg der Welt erreicht. Und es war wirklich der beschissenste Feldweg der Welt. Links und rechts ging es steil bergab und in den Schlaglöchern waren weitere Schlaglöcher, in denen sich ein paar Schlaglöcher aufhielten. Wahrscheinlich quatschten sie da nur munter miteinander und wären sicher auch sofort ausgewichen, wenn man sie auf italienisch darum gebeten hätte, aber das haben wir nicht. Das größte Schlagloch maß circa einen Quadratmeter und war sage und schreibe einen halben Meter tief.
Außerdem war der Weg voll mit Wasser, was an einem Rohrbruch lag, der, wie sich später herausstellte, ein 50 Meter langer Rohrriss war. Auf Grund dieses Rohrrisses hatten wir die meiste Zeit kein oder nur ein bisschen Leitungswasser und das ist bei 35° im Schatten nicht witzig. Nicht einmal ein bisschen.
Trotzdem war es in dem Haus sehr schön, wenn man die scheiß Mücken einmal beiseite lässt (meine kleine Schwester brachte es auf sage und schreibe 59 Mückenstiche,) aber die gibt es hier ja auch - nur eben nicht so zahlreich.
Die meisten Tage waren wir einfach am Meer, wobei ich es vorgezogen habe, mich gleich in genanntes hineinzuwühlen und nicht mehr herauszukommen. Mit Schnorchel und Flossen ging es ab ins erfrischende Nass, Fische beobachten. Davon gibt es im Meer wirklich viele, genauso wie Quallen und Seeigel und eine dunkle Macht, die sich später aber als Alge zu erkennen gab.
Alles in allem ging es uns wirklich saugut, aber eine Kleinigkeit ging mir dann doch ziemlich auf die Nerven: Das Fahrverhalten der Italiener. Wer auf einem kurvenreichen Bergweg 80km/h fährt und damit in der Kurve überholt, der muss sich wirklich nicht wundern, wenn plötzlich sein eigener Name auf einem der vielen Kreuze am Wegrand steht. Das ist einfach wahnsinnig und ich bin froh, dass ich meinen Führerschein hier, in Straß und nicht auf Elba machen muss.
Das war Teil zwei unseres Italien-Urlaubs, der dritte kommt dann, wenn die Zeit reif ist - für was auch immer.




