Archiv: Medien
Der Fall Hegemann: eine Richtigstellung am Rande
In der aktuellen Ausgabe der Abiturienten-Zeitschrift “Unicum” gibt es auf Seite vier einen kleinen Seitenkasten mit “In” und “Outs” der letzten Monate. Der dritte “In”-Punkt ist “Axolotl Roadkill”, der Debütroman von Helene Hegemann. Das Buch ist jedoch auch in der “Out”-Liste zu finden – nicht sehr logisch, doch darum soll es hier nicht gehen. Viel wichtiger für mich ist die Begründung dafür, dass das Buch out sei, die da lautet:
Helene Hegemann hat einige ihrer Passagen ihres gehypten Buches aus einem Blog namens “Gefühlskonserve” abgeschrieben. File-Sharing as its worst.
Ganz abgesehen davon, dass ich die Kopie von Textabschnitten nicht als Filesharing bezeichnen würde, und ganz abgesehen davon, dass das Magazin Hegemanns Buch selbst hypt, in dem es den Titel als “In” ansieht. Ganz abgesehen von diesen Umständen muss man eine weitere Sache deutlich hervorheben: Helene Hegemann hat in keiner Weise von dem Blog Gefuehlskonserve.de abgeschrieben. Dessen Autor Deef Pirmasens ist lediglich derjenige gewesen, der den Fall Hegemann und ihre abgeschriebenen Passagen aus dem Blog airen.wordpress.com bzw. dem Buch “STROBO” des Bloggers Airen publik gemacht hat.
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mir in einem Magazin für Abiturienten etwas mehr Recherche gewünscht hätte. Nach diesem kleinen Ausschnitt jedenfalls sehe ich meine Annahme, dass diese Heftchen so sinnvoll sind wie fünf linke Schuhe, wieder einmal mehr als bestätigt. Natürlich erwarte ich in diesen Dingern keinen erstklassigen Journalismus, aber einen einfachen Sachverhalt fehlerfrei rüberzubringen, das sollte normalerweise kein Problem darstellen.
Fernsehen setzt keine Langeweile voraus
Im “Zeit Magazin” vom 7.1.2010 gibt es einen interessanten Artikel zum Thema Videotheken. Dort wird erklärt, dass Videotheken in Städten wie München und Berlin weitaus weniger genutzt werden als in Städten wie Würzburg, in denen das Freizeitangebot nicht so umfangreich ist. Das finde ich interessant, kommentieren möchte ich aber nicht den ganzen Artikel, sondern nur eine seiner Aussagen, die schon im ersten Satz vorkommt: “Die Kraft, die einen in Videotheken treibt, ist die Langeweile.”
An diesen Satz kann man von zwei Seiten herangehen. Zum einen kann man ihm zustimmen, muss daraus dann aber auch folgern, dass andere Unterhaltungsarten, wie Konzerte, Theater, oder Kinobesuche ebenso die Langeweile voraussetzen. Zum anderen kann man die Aussage ablehnen, wenn man wie ich der Meinung ist, dass Fernsehen im Grundsatz nichts mit Volksverdummung, Langeweile und dergleichen zu tun hat. weiterlesen… »
BALD SIND WIR ALLE TOT! Oder auch nicht.

Die Schweinegrippe. Eigentlich sollte man meinen, zu diesem Thema sei genug gesagt, aber wenn man hört, was die Medien täglich verkünden, kann man doch nicht umhin, sie zu kritisieren. Die BILD beispielsweise titelt heute auf ihrer Website “Ärztin hatte zwei mal Schweinegrippe” und fragt gleich im ersten Satz “…Ist die Krankheit schlimmer als gedacht?”. weiterlesen… »
Kai Diekmann: “Ich bin voll weltoffen, und so!”
Wer behauptet, die Redakteure und Angestellten der Axel Springer AG und insbesondere der BILD seien dumme Idioten, der vergisst, dass das Blatt pro Quartal knappe drei Millionen Exemplare verkauft. Keine andere deutsche Zeitung erreicht in ihrer Produktion vergleichbare Zahlen (Die Zeit lag im Q1 2009 bei 505.765 Exemplaren, die Sueddeutsche noch knapp 50.000 darunter) und deshalb wäre es falsch, zu behaupten, die Leiter der BILD wüssten nicht, was sie da tun. Im Gegenteil: sie wissen es sogar sehr genau. weiterlesen… »
Die Kritik der nicht existenten Vernunft
Hin und wieder fragt man sich ja doch, ob auf diesem Planeten nicht mindestens sechs Milliarden Menschen bei ihrer Geburt mächtig auf den Kopf gefallen sind – oder zumindest die Hälfte von ihnen. Dann zum Beispiel, wenn ein demokratisches Parlament mit einer knappen konservativen Mehrheit für die Medienmacht eines einzelnen Politikers stimmt, mit der Begründung, dass dieses Problem nicht nur in diesem einen Land auftreten würde. weiterlesen… »
Demokratie. Dikatur. Egal, fängt beides mit “D” an.
Es läuft kein M.A.S.H. im Fernsehen und einkaufen wollen wir alle um diese Uhrzeit (es ist Donnerstag, 22:05 Uhr) auch nicht mehr. Deshalb haben wir Zeit, und ich schlage vor, dass wir sie mit einer einfachen Vorstellung nutzen. Wer damit nicht einverstanden ist, der kann sich aber auch gerne M.A.S.H. auf DVD ansehen, oder sich still und leise von all den anderen verabschieden, die jetzt den folgenden Gedanken durch ihr Gehirn saugen dürfen… weiterlesen… »
Buchparade: Was ich lese
Felix hat im Krisenblog eine Blog-Parade zur eigenen Lesegewohnheit gestartet. Ich mache hiermit mit. Lustige Wortwiederholung. Zur Teilnahme an der Parade kann man einfach seine eigenen Vorlieben, Abonnements, etc. zu den jeweiligen Überschriften schreiben. Noch Fragen? Gut, ich hätte eh keine Antwort parat gehabt. weiterlesen… »
Der Spiegel – die BILD von morgen
Auch Zeitungen sind nicht mehr das, was sie mal waren. Vielerorts ist ihnen ihre Auflage wichtiger als der Wahrheitsgehalt der Artikel und immer öfter kann man auch feststellen wie sich die Inhalte einzelner Blätter auf Inhalte konzentrieren, die man früher nur einem Klatschblatt entnehmen konnte. Ganz besonders auf dem absteigenden Pfad ist für mich Der Spiegel, in dem ich in den letzten Jahren immer weniger interessante Beiträge gefunden habe, weshalb ich ihn seit gut einem halben Jahr kaum noch anrühre. Und auch jetzt konnte das Magazin wieder ein paar satte Minuspunkte absahnen – aufgrund eines Artikels, der arroganter und flacher nicht sein könnte. weiterlesen… »








