Archiv: Kirche
Kirche, Missbrauch, Jesus und ein sinkendes Schiff
Deutschland ist empört. Zumindest zum Teil. Über das Titelblatt der aktuellen Titanic, das nicht nur einen fröhlichen Jesus, sondern davor auch einen verdächtig aufgestellten Geistlichen zeigt. “Unerhört”, meinen viele, und “das hätten die sich mit den Moslems nie getraut” sagen andere. Aber alles der Reihe nach.
Als ich – als treuer Abonnent- die aktuelle Ausgabe des Satiremagazins in den Händen gehalten habe, habe ich gegrinst. Richtig gegrinst. Die Cover in den Monaten davor waren nicht schlecht, auch wenn sie mir nicht alle sehr gut gefallen haben, aber dieses Titelblatt fand und finde ich super. So soll Satire in meinen Augen sein, nicht gegen irgendwelche wehrlosen Minderheiten oder Leidtragende gerichtet, sondern gegen Leute von oben, deren Worte und Entscheidungen in der Öffentlichkeit von Belangen sind. (weiter)
Ken Follet: Die Tore der Welt
Ken Follets Werk “Die Säulen der Erde” ist ohne Frage ein Buch. Ja, viel mehr noch: es ist für viele Leser ein geniales Buch, das mit seinem gigantischen Umfang und der detailierten Beschreibung der mittelalterlichen Zustände seinesgleichen sucht. Auch mir hat es sehr gefallen, als ich es damals – lang, lang ist’s her – verschlungen habe, weshalb es mich umso mehr erschreckt hat, als ich vor kurzem erfahren durfte, dass 2008 ein zweiter Band mit dem Titel “Die Tore der Welt” veröffentlicht worden ist. “Follet kann unmöglich noch so ein geiles Buch geschrieben haben!”, dachte ich mir gleich in meiner von Grund auf pessimistischen, leicht depressiv angehauchten Art, und habe den Roman selbstverständlich sofort gekauft. (weiter)
Killerspiele im Vatikan?
Wochenlang wird jetzt schon verbal auf die Oberhäupter der katholischen Kirche eingeschlagen, dass es dem ein oder anderen eine richtige Freude ist – viele wissen gar nicht mehr wohin mit ihrer Begeisterung. Endlich hat man die Kreuzritter und Kondomfeinde da, wo man sie haben will, doch gleichzeitig suchen hochqualifizierte Blogger wie meine Wenigkeit nach Antworten. Nach Antworten auf die Frage, wie es zu diesen Missständen kommen konnte. Und eines ist bei dieser Antwortsuche besonders wichtig: keine Fehler beim Zusammenbau des gigantischen Puzzles, bestehend aus pädophilen Neigungen, Fickverbot und sexueller Einsamkeit, zu machen. (weiter)
Science is No National Socialism
Wenn man sich die konservativen Katholiken heutzutage so ansieht, dann könnte man glatt meinen, sie seien darauf aus, die Kirche auf schnellstem Wege ins Jenseits zu befördern. Frei nach dem Motto “Wo wir schon so nah am Abgrund stehen, da können wir den letzten Schritt auch noch aus eigener Kraft machen.” rücken sich Kardinäle und Bischöfe immer wieder ins schlechte Licht und feiern sich danach als tapfere Verteidiger der Kirche, obwohl sie selbst zu deren Einsturz beitragen. (weiter)
Atheismus ist keine Krankheit
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| Foto: flickr – Allie_Caulfield |
Heute habe ich durch Zufall eine Ausgabe der “Tagespost” in die Finger gekriegt – eine katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur. Ich habe mir dann auf der ersten Seite einen Artikel mit dem hübschen Titel “Atheismus ist heilbar” durchgelesen, dem ich als Note eine glatte Sechs geben würde – danach habe ich die Zeitung weggeschmissen.
In besagtem Beitrag wird die zur Zeit stattfindende Buskampagne scharf kritisiert, wobei sich der Autor nicht scheut, den Atheismus wie eine Krankheit darzustellen. Sätze wie “Niemand kann gezwungen werden, nicht an Gott zu glauben.” zeigen klar, dass da jemand für sich selbst die größte Toleranz fordert und gleichzeitig nicht bereit ist, den Nichtglauben anderer Menschen zu akzeptieren – wieso auch, es heißt schließlich nur “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst” und nicht “Toleriere alle Menschen”. Wenn man sich aber einmal das folgende Video ansieht, erkennt man schnell, dass sogar die zweite Formulierung bei manchem Fundamentalisten nichts wirkt. (weiter)
Der Weg ins Paradies muss kein weiser sein
Der amerikanische Arzt George Tille wurde gestern von einem Abtreibungsgegner erschossen, weil er seit Jahren Schwangerschaftsabtreibungen durchführt. (sueddeutsche) Das heißt also, dass ein Mensch, der gegen das Töten von anderen Menschen ist, einen Menschen umgebracht hat – logisch oder komplett behämmert?
Ich denke der Mörder hat das Ganze etwas anders gesehen: er ist der Held, der den großen Massenmörder tötet und dadurch tausende Menschenleben rettet. Doch der Otto-Normaldenker sieht gleich: diese Tat ist in etwa so sinnvoll wie der Versuch, den Deutschen Fußballbund zu schädigen, in dem man zwei Lederbälle im Aldi mit einem Messer aufschlitzt. Das einzige Resultat hierbei ist, dass man alle Fußballgegner in ein schlechtes Licht rückt und selbst auch noch bestraft wird – genau wie in diesem realen Mordfall. (weiter)
Sie denken nicht, sie reden nur. [Update]
Rechte Gruppierungen gibt es innerhalb Deutschlands viele und durch ihre Propaganda versuchen sie, immer mehr Deutsche auf ihre Seite zu ziehen. Dabei gehen sie auf eine Art und Weise vor, die nicht nur aufs Übelste beleidigend, sondern auch Menschen verachtend ist. So werden beispielsweise Muslime zu Terroristen, demokratischen Politiker zu Linksradikalen Staatsfeinden und Juden zu antichristlichen Hetzern erklärt. Im Grunde wird alles wird für die Rechtsradikalen Anhänger so vereinfacht, dass die Schuld an Fehlern immer bei anderen liegt und die eigenen Reihen gleichzeitig die perfekten Lösungen bieten. Lösungen, die mit der Realität recht wenig gemein haben. (weiter)
Die Kirche auf dem Weg ins Nichts
Seit Jahren schon beklagt die katholische Kirche einen Rückgang der Gläubigen, der besonders bei den Jugendlichen ungeahnte Ausmaße annimmt. Die Zahl der Kirchenbesucher sinkt stetig, doch anstatt sich einmal vernünftig Gedanken über die Ursache des Geschehens zu machen, versucht die Kirche lieber die Suppe, die den jungen Menschen so gar nicht schmecken mag, noch kräftiger zu versalzen. So warnen die Vertreter Gottes auf Erden zum Beispiel auch junge Menschen vor dem unsinnigen Gebrauch von Kondomen. Wer sich eine Geschlechtskrankheit einfängt, der ist eben ein stinkiger Sünder und hat es nicht anders verdient – so einfach ist das. (weiter)




