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Archiv: Erinnerung

Wir waren Kinder. Sind zusammen über Wiesen gerannt, Hand in Hand gelaufen bis es nicht mehr ging und wir auf dem Boden lagen, keuchend und glücklich. Haben Fußball gespielt in der Sommerhitze und uns mit Gartenschläuchen über das Gras gejagt. Waren mitten in der Stadt im Brunnen baden und haben danach auf Mauern sitzend Eis geschleckt. Wir haben gegen andere Ritter gekämpft und Frösche in Bächen gefangen, sind Rutschen gerutscht und auf Klettergerüste geklettert und wir haben Drachen steigen lassen im frischen Herbstwind. Wir sind mit dem Schlitten ins Tal gerodelt, gestürzt und wieder aufgestanden. Haben uns mit Schneebällen beworfen und uns gegenseitig eingeseift, bis das Zittern uns zurück ins warme Zuhause getrieben hat. Dort haben wir heißen Kakao getrunken und Kekse gegessen. Jede Menge Kekse. Wir waren mit der wilden 13 auf hoher See und mit Michel im Schneesturm. Haben schneller als unsere Schatten gezogen, Zaubertrank getrunken und sind im Geldspeicher geschwommen. Waren im Zoo um Löwen und Elefanten zu bestaunen. Wurden getröstet, wenn wir nachts nicht schlafen konnten und aufgehoben, wenn wir gefallen sind. Wir haben geträumt vom Disneyland und von dem Spielzeug aus der Werbung. Wir haben geträumt von Pferden und Hunden und Katzen. Wir haben geträumt. (weiter)

Vorwort: In diesem Beitrag möchte ich die Idee von bochblog.de aufgreifen und über den “Soundtrack meines Lebens” schreiben.

Musik, das ist etwas, was mich schon immer begleitet. Aber welche Musik? Und habe ich schon immer die gleiche gehört? Ich denke, die zweite Frage kann ich wie die meisten anderen beantworten: definitiv nein. Ich höre Musik, seit ich hören kann, aber im Laufe der Zeit haben meine Ohren einige musikalische Vergewaltigungen aushalten müssen.

Angefangen hat natürlich alles im Kindergarten – jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, davor ein großer Musikfan gewesen zu sein. Aber im Alter von drei oder vier Jahren habe ich begonnen so richtig bewusst Musik zu hören und mitzusingen. Die Lieder waren in etwa die, die jeder aus meinem Jahrgang gehört hat – ein paar Beispiele: “Theo mach mir ein Bananenbrot”, “Das rote Pferd” und “Nackidei”.


Rolf Zuckowski – Nackidei
(weiter)

Manchmal stolpert man auf seinem Weg durch das große Spinnennetz der Webseiten, Sozialen Netzwerke, Blogs und Chat-Clienten über Dinge, die man früher geliebt hat, aber die einem irgendwie irgendwann entfallen sind. Man hat sie vergessen und merkt das erst, wenn man nach vielen Jahren mit der Nase gegen sie knallt. (weiter)

Machen wir uns nichts vor, früher war alles besser. Der Spritverbrauch eines jeden Pferdes war niedriger als der eines Smarts heute, Frauen hatten nichts zu sagen und was am wichtigsten ist: es gab keine Tetrapaks. Muss es nicht toll gewesen sein, den Saft aus einer Flasche ins Glas zu schütten? Ja, das muss es, weil sich aus dem Flaschenkopf ein wunderbarer, starker, großer Strahl ergießen konnte, der direkt im Glas landen durfte – ohne nervtötende Umwege über die Tischplatte.

Heute ist das nicht mehr so, denn heute gibt es Tetrapaks. Einige von diesen künstlichen Tüten sind ja noch ganz praktisch, haben nur ein Loch und sind leicht zu öffnen, aber es gibt Tetrapaks, die einen umbringen können. Umbringen, weil man alleine für das Öffnen vier Jahre benötigt. Umbringen, weil sich nach dem Öffnen zwei kleine Löchlein hervortun, durch die gerade mal genug Flüssigkeit für nichts herausrinnen kann. Umbringen, weil man dann stärker auf die Verpackung drückt und das Scheißteil plötzlich den Saft auf den Tisch und nicht ins Glas spritzt.

Früher war alles besser, auch der Saft auf dem Tisch.

Tschisi!Wenn man Kind ist, dann gibt es viele Dinge, die man mag. Bei mir waren das unter anderem Briefmarken, Pokémon, Murmeln, Super Nintendo, Holzschwerter, Metallschwerter, Pfeil und Bogen, Game Boy, Lego und viele andere Sachen, an die ich mich bis heute gut erinnere. Andere habe ich längst vergessen, was aber nicht heißt, dass ich nicht begeistert den guten alten Zeiten gedenken kann, wenn mich jemand an das jeweilige Dingsbums erinnert; und genau das ist gerade eben passiert. (weiter)

Viele Menschen beginnen erst im Alter von 14 oder 15 sich für Musik zu interessieren; andere tun es nie. Ich habe schon mit drei fleißig meine Kassetten rauf und runter gehört und gerade zufällig auf YouTube ein kleines Stückchen Erinnerung gefunden. Erinnerung an eine Zeit, in der ich beim Mitsingen noch fröhlich vor mich hin gelispelt habe und Fan vom 1. FC Bayern war…. Hab ich ein Schwein gehabt, dass diese Phasen nicht ewig gedauert haben!


Rolf Zuckowski – Stups der kleine Osterhase

…irgendwie gefällt mir das Lied immer noch.


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