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Aber der Beat in meinem Kopf geht weiter. Schlag auf Schlag, Ton auf Ton, die Musik läuft und ist mit sich selbst im Reinen. Ich bin mit mir selbst im Reinen. Laufe die Straßen entlang, über die Felder und genieße das Leben mit jedem Atemzug. Die Sonne geht unter, die Wärme bleibt, ich laufe weiter. Weiter nach vorne, nicht um als erster da zu sein, sondern weil ich bin. Weil die Musik ist, weil sie in mir ist und weil sie mich antreibt. Ein Motor mit 2000PS, umweltfreundlich und ohne Nebengeräusche. Leistungsstark, lebendig. Vor allem lebendig. Mal ein rasender Zug, der einfach nicht inne hält, mal ein plätschernder Bach, sanft und ohne Hast.

Und dann die Unterbrechung. Ein Hindernis, irgendwo da draußen und ich stehe dumm da und warte. Die Musik verstummt, Geräusche bleiben zusammen mit Verwirrung und Ziellosigkeit. Kein Beat der hilft, kein aufbauender Gesang, nur die Welt und ich, ich und die Welt und der Esel, der sich immer zuerst nennt, weil er den Faden verloren hat. Er schaut dumm aus der Wäsche, der Esel, wird laut oder leise, aggressiv oder traurig. Steht und hat keine Stütze. Fällt und liegt. Aber der Beat im Kopf fängt wieder an. Irgendwann fängt er wieder an. Nicht von vorne, sondern neu und anders als zuvor. Schlag auf Schlag, Ton auf Ton, die Musik läuft und ist mit sich selbst im Reinen. Ich bin mit mir selbst nicht im Reinen, aber ich laufe trotzdem los. Laufe los, bis ich mich hinlege und liege, bis ich wieder los laufe. Laufe und liege und liege auf Wiesen und laufe durch Wälder und sitze am Feuer und höre Musik.

Höre Musik, die in die Knochen geht. Höre Musik, zu der man einfach springen muss. Höre Musik, bei der man verstummt und höre Musik, die einem etwas sagen will. All diese Musik höre ich und sie treibt mich an. Die richtige Musik zum richtigen Zeitpunkt treibt mich an, bringt mich nicht immer nach vorne, aber sorgt dafür, dass ich nicht zurückgeworfen werde. Dass ich nicht umgeworfen werde. Umgeworfen von dieser großen weiten Welt, die man ja doch nicht begreift. Die man einfach nicht versteht, genau wie die Musik in einem drin, aber der Beat im Kopf geht weiter. Schlag auf Schlag, Ton auf Ton, die Musik läuft und ist mit sich selbst im Reinen. Und ich begreife nichts, aber ich bin mit mir selbst im Reinen.



7 Kommentare

  1. tom

    Sehr schöner Text Moritz, erste Sahne! Er reißt mit, nicht Beat für Beat aber Wort für Wort und regt zum Sinnieren an.

  2. Wirklich schön zu lesen …

  3. in der tat. Sitze gerade am Flughafen von Tel Aviv und warte aufs boarden. bin zweieinhalb Wochen in Israel und Palästina unterwegs gewesen, deshalb die blog-Pause. heut Nacht binicj dann wiede daheim.

    • Zwei Kumpels von mir sind auch gerade dort. Bin auf deine Berichte gespannt, … wenn es welche geben wird.

      • Eigentlich wollte ich nur eine Zusammenfassung schreiben. Aber die Einleitung ist schon so lang geworden, dass ich es vielleicht in mehrere Beiträge aufteilen werde :D

        Wo sind deine Kumpels denn?

  4. Das ganze schön in eine kleine Serie von Artikeln gepackt würde mir auch gefallen. ;)

    Die Kumpels sind mal in Tel Aviv gelandet, wie genau es dann mit Rucksack weiterging weiss ich aber nicht. Das werde ich dann fragen wenn sie zurück sind.

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