Flattr: die Möglichkeiten eines Knopfes
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| Flattr – wird die Netzgemeinde zahlen? |
Deef hat auf seinem Blog Gefuehlskonserve heute ein bisschen über Flattr philosophiert und das möchte ich hiermit auch tun. Wer Flattr noch nicht kennt: es handelt sich hierbei um einen neuen Dienst für die Blogosphäre und die Weiten des Internets, der es Netzkonsumenten ermöglicht, monatlich einen bestimmten Geldbetrag (das können 50cent oder auch 300€ sein) auf Blogger oder Künstler im Internet aufzuteilen. Das funktioniert ganz einfach indem man auf den gewünschten Urheberseiten auf einen “Flattr”-Button klickt und am Ende jedes Monats den ausgewählten Festbetrag auf die Klicks aufteilen lässt. Noch ist Flattr in der Testphase, aber laut Deef wird der Dienst schon im Juli für jedermann zugänglich sein.
Diese Idee dürfe bei all denjenigen, die denken die jungen Leute von heute würden das Internet als eine Art “Freeware-Sammelstelle für alles” sehen, auf Unverständnis stoßen. Und im ersten Augenblick klingt es auch ein bisschen komisch, wenn man behauptet, dass die selben Personen, die sich Musik, Spiele und Programme massenweise für lau besorgen, jetzt plötzlich dazu bereit sein sollen, Artikel oder Musik mit einer kleinen Spende zu würdigen. Ich hingegen sage, dass wir jungen Leute nicht nur dazu bereit sind, sondern dass wir es auch tun werden.
Allison Weiss hat ihr aktuelles Album mit Spenden finanziert. Die Kölner Truppe Angelika Express ihres mit einer eigenen Aktie. Beim genialen 2D-Spiel World Of Goo durften Käufer vor einer Weile selbst bestimmen, wie viel sie dafür zahlen möchten, und dabei hat mitnichten jeder Kunde einen Cent als Preis festgelegt. Und all das ist hier im Internet geschehen, in einer Welt die angeblich nur aus Blutsaugern besteht.
Ich für meinen Teil glaube, dass der Wille zum Zahlen da ist, auch wenn sich die Dimensionen ein wenig verändert zu haben scheinen. In einigen Fällen mag das für Urheber stark schädigend sein, dann zum Beispiel, wenn sich ein neues Computerspiel kaum verkauft, weil es überall illegal geladen wird. Vor allem kleine Publisher oder Entwicklerteams können dadurch in Schwierigkeiten kommen, wenn man die Kosten betrachtet, die für die Entwicklung eines Spiels so anfallen. Andererseits können eben jene Kosten auch anders gedeckt werden, wie die endlos vielen Browsergames in den Weiten des WWW deutlich zeigen. Die Frage ist also eher weniger, ob dieser ganze Wandel schlecht ist, sondern ob man ihn mitmachen will, oder sich wie Sony BMG und Co breitbeinige dagegen stellt und dabei langsam aber sicher absäuft.
Und genau das, also diesen Wandel mitmachen, könnte mit Flattr durchaus funktionieren. Bisher ist es in vielen Fällen sehr umständlich gewesen, einzelnen Musikern, Bloggern, etc. eine Spende zukommen zu lassen und sie so in ihrer Arbeit zu unterstützen. Flattr hilft hier aus, in dem es einen einheitlichen und geschlossenen Dienst darstellt. Gleichzeitig macht der Anbieter es möglich, einen festen Spendenbetrag festzulegen, so dass der Nutzer nur einmal zahlt und dieses Geld dann aufteilt, anstatt mehrmals im Monat in die Tasche zu greifen und am Ende insgesamt vielleicht auch mehr gespendet zu haben, als er selbst überhaupt spenden wollte.
Meine Wenigkeit wird Flattr nach der Betaphase auf jeden Fall testen, und zwar sowohl mittels Flattr-Buttons unter meinen Beiträgen, als auch mit einem kleinen Spendensümmchen meinerseits, das ich jeden Monat auf meine Lieblingsbeiträge aufteilen werde. Wie sieht es mit euch aus? Habt ihr vor, Flattr in euer Blog zu integrieren oder selbst Spenden zu verteilen? Und was haltet ihr überhaupt von der ganzen Idee?
6 Kommentare
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1. Sind die Pirate-Bay-Gründer keine Europäer? 2. Das sind meiner Meinung nach Typen, denen man mehr vertrauen kann als Microsoft oder Apple, da sie wenigstens noch ein wenig aus Überzeugung und nicht nur allein aufgrund von Profit handeln.
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Die Frage ist, ob man Flattr noch als Spende begreift oder man es schon als einen Geld-Verteilungsdienst bezeichnet. Das kann dann interessant werden, wenn es darum geht, zu bestimmen, ob jemand das Geld für fremde Beiträge einsacken darf, die er unter einer Creative-Commons-No-Commercial-Lizenz weiterveröffentlicht hat. Ist es dann den Usern überlassen, wen sie für den Inhalt Geld geben – oder darf man die Inhalte dann nicht mehr weiter nutzen? Ähnlich sieht es mit Filmprojekten aus, die vielleicht hier und dort Musik leihen und dann Spenden erhalten, obwohl die Musik nur für eine nicht-kommerzielle Verwendung freigegeben ist.
Pings
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[...] ihr schonmal darüber nachgedacht (wie zum Beispiel Moritz es getan hat), wie es wäre, wenn man – ohne ein umständliches Spendenkonto oder andere [...]





Ich werde demnächst über ein europäisches Pendant zu Flattr berichten, das anscheinend zeitgleich mit der Idee gekommen ist. Diese finde ich jedenfalls klasse und unterstützenswert. Nur kommen mir bei Flattr Zweifel auf, da es von den ThePirateBay-Betreibern ins Leben gerufen wurde, die bekanntlich Dreck am Stecken haben…