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Vorwort: Ein kleiner Text zu einem Thema, das mich zur Zeit sehr beschäftigt. Das vielleicht jeden irgendwann beschäftigt und von dem man nicht lassen kann. Ein Thema, das Angst macht.

Gedanken zum Tod

Der Mensch ist sterblich. Er muss sterben, wann auch immer, einfach sterben und dann? Vielleicht ist es aus. Vielleicht ist es aus, man ist raus, für immer draussen aus dem Leben und hat keine Sorgen mehr. Ist einfach draussen, ohne Erkenntnis, ohne Gedanken, ohne zu schwanken und ohne zu sein. Für die anderen ist man dann gewesen, bloße Vergangenheit und für sich selbst ist man nicht. Ist nicht. Wie ist es, nicht zu sein? Ein Schlaf, der endlose Schlaf, endgültig und aus? Die letzte Ruhe, doch ruhelos, weil nicht ruhen kann, was nicht ist? Das große Finale, ohne Zurück, doch wenn es soweit ist, stört es nicht?

Ja, wenn es soweit ist, stört es nicht. Es ist egal, ob es aus ist, denn es ist nicht aus. Es ist einfach nicht. Nichts. Vielleicht ist der Tod nicht das Problem. Nicht der Tod, nicht das Nichtsein, sondern das Sein. Obwohl: keiner von uns war immer. Alle sind wir neu hier, neu und wissen all zu gut, wie es ist, nicht zu sein. Denn wir waren nicht. Waren ewig nicht und werden ewig nicht sein. Wir werden gehen, wie wir gekommen sind, ein jeder von uns, und am Ende wird es keine Fragen mehr geben. Keine Fragen mehr, denn die einzige Frage wird beantwortet werden, in dem sie nicht beantwortet wird.

Und dann stellt sich die Frage: was ist besser? Diese Endlichkeit, oder die Unendlichkeit, die oft gepredigt wird? Begreifen kann man beides nicht. Nur, vielleicht muss man nicht begreifen. Muss nicht begreifen, weil nicht begriffen werden kann und dann muss man nicht sterben. Man kann sterben. Oder darf sterben?

Sterben dürfen, das wäre schön. Nicht mit zehn bei einem Autounfall und nicht mit 50 an Krebs. Nicht mit 20 am Blitzschlag und nicht mit 40 an Aids. Nicht mit 15 beim Amoklauf und nicht mit 25 bei einer Messerstecherei. Nicht mit 35 bei einem Flugzeugabsturz und nicht mit 45 bei einer Gasexplosion. Sondern dann, wenn man bereit ist. Fertig auf Erden, alles geregelt, mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Ruhig, ganz ruhig und zufrieden, mit dem Wissen, nicht alles getan zu haben, aber doch am Leben gewesen zu sein. Ja mit dem Wissen, gelebt zu haben.

4 Kommentare

  1. Ein wirklich schöner Text Moritz! Ich persönlich glaube, dass der Tod die eine der Sachen ist, in der wir alle gleich sind und woran man erkennt, dass wir es sind, die unser Leben bestimmen müssen, weil wir es ja auch diejenigen sind, die sterben. Wie heißt es so schön in der “Internationalen”: Es rettet uns kein höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun, uns aus dem Elend zu erlösen, müssen wir schon selber tun.

    Aber noch, schöner Text!

    • Vielen Dank für das Lob ;-)

      Das ist auch eine de positiven Sachen, die ich für mich am Tod finde: es gibt keine Unterschiede mehr, jeder ist “Nichts” auf dem gleichen Niveau. Das heißt natürlich nicht, dass es im Diesseits nicht genau so sein sollte, im Gegenteil: wem es im Diesseits besser geht, weil er aus guten Verhältnissen kommt oder sich nach oben gearbeitet hat, der sollte nicht die vergessen, denen es schlechter geht. Gerade weil auch sie nur ein Leben haben.

  2. Sören

    Das meiner Meinung nach Wichtigste sagst Du am Ende Deines Textes: das Verlassen der Welt mit einem Lächeln auf den Lippen. Genau dafür sollte man leben. Und wenn man das geschafft hat, dann bekommt auch das Danach noch auf die Reihe – auch wenn das länger dauert^^

    Übrigens hatte ich Dir ja versprochen, Dich wieder in eine Blogroll meines Blogs aufzunehmen: Tadaaa:
    http://haifischbecken.posterous.com/

  3. Anni

    Hey, wirklich ein toller Text.
    Hab mich auch mit dem Thema auseinandergesetzt und bin ungefähr zu dem gleichen ergebnis gekommen…
    Ich bin froh, dass ich mit einer Meinung nicht alleine bin

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