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In der aktuellen Ausgabe der Abiturienten-Zeitschrift “Unicum” gibt es auf Seite vier einen kleinen Seitenkasten mit “In” und “Outs” der letzten Monate. Der dritte “In”-Punkt ist “Axolotl Roadkill”, der Debütroman von Helene Hegemann. Das Buch ist jedoch auch in der “Out”-Liste zu finden – nicht sehr logisch, doch darum soll es hier nicht gehen. Viel wichtiger für mich ist die Begründung dafür, dass das Buch out sei, die da lautet:

Helene Hegemann hat einige ihrer Passagen ihres gehypten Buches aus einem Blog namens “Gefühlskonserve” abgeschrieben. File-Sharing as its worst.

Ganz abgesehen davon, dass ich die Kopie von Textabschnitten nicht als Filesharing bezeichnen würde, und ganz abgesehen davon, dass das Magazin Hegemanns Buch selbst hypt, in dem es den Titel als “In” ansieht. Ganz abgesehen von diesen Umständen muss man eine weitere Sache deutlich hervorheben: Helene Hegemann hat in keiner Weise von dem Blog Gefuehlskonserve.de abgeschrieben. Dessen Autor Deef Pirmasens ist lediglich derjenige gewesen, der den Fall Hegemann und ihre abgeschriebenen Passagen aus dem Blog airen.wordpress.com bzw. dem Buch “STROBO” des Bloggers Airen publik gemacht hat.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mir in einem Magazin für Abiturienten etwas mehr Recherche gewünscht hätte. Nach diesem kleinen Ausschnitt jedenfalls sehe ich meine Annahme, dass diese Heftchen so sinnvoll sind wie fünf linke Schuhe, wieder einmal mehr als bestätigt. Natürlich erwarte ich in diesen Dingern keinen erstklassigen Journalismus, aber einen einfachen Sachverhalt fehlerfrei rüberzubringen, das sollte normalerweise kein Problem darstellen.

5 Kommentare

  1. Der derzeit einzige Anreiz zum Bloggen: ich hoffe, dass irgendwelche Mädchen witzige Passagen aus meinen zum Teil sehr sehr unschlechten Texten klauen und sie in ein Buch pressen.

    Lass mal einen Wettbewerb machen: wer schafft es eher in “Frau” (hihi) Hegemanns nächstes “Buch” (hehehe)? Wir müssen dann natürlich auch was mit Ficken und Scheiße schreiben.

    Ach, ich merke schon, Hegemann-Bashing ist total langweilig, ich höre jetzt auf damit. (Sie ist übrigens hässlich!)

  2. Die Unicum ist auch das Zentralorgan der Deutschen Wirtschaft um ihr Leitbild von der neoliberalen Marktradikalismus an den/die Abiturient_INen zu bringen. Ich fand ihn damals im Abi schon ekelhaft und jetzt noch mehr. In der Uni liest ihn auch keiner (oder @buzze?). Von denen kannst du eben auch nicht erwarten, dass sie sich in der Kulturszene auskennen. Für die sind Bücher Waren, die sie absetzten können, womit sie dann Geld verdienen. Ekelhaft, echt Ekelhaft!

  3. @Johannes: Wann kriegst du eigentlich einen Oscar für dein Zeug, das du schreibst? Langsam wär’s mal Zeit :-D

    @Felix: In dem Punkt muss ich sagen: Recherche sollte überall vorhanden sein. Egal ob links, rechts, mitte, wirtschaftsliberal, oder etwas ganz anderes. ;-)

  4. Ich soll einen Oscar bekommen? Für Geschriebenes?
    Geil, muss dann also einer für ein Drehbuch sein! Jetzt brauche ich nur noch ein Drehbuch. Montag gleich in die Buchhandlung, dann hole ich mir eins! Wovon denn? Also ich fand “Shutter Island” im Kino vor ein paar Tagen ziemlich gut, da könnte ich mir ja die Romanvorlage von kaufen. Dann wäre ich im Besitz des besten Drehbuches! Und dafür bekomme ich dann einen Oscar? Gott, diese Welt ist so geil! Ich bedanke mich bei allen Leuten, die lesen können! (Bei allen anderen brauche ich mich nicht bedanken, die können ja nicht lesen was ich schreibe, ist klar ne. Vielleicht sollte ich Hörbücher machen, dann werde ich der erste Mensch der Welt, der einen Oscar UND einen Grammy hat! Obwohl, kann sein, dass das schon mal jemand vor mir geschafft hat, aber garantiert war der dann nicht so klein wie ich (1,74m!).)

    • Seit wann muss man denn etwas geleistet haben, um einen Oscar zu bekommen? Du musst kein Drehbuch kaufen, setz’ dich einfach zuhause auf einen Stuhl und warte, bis das Telefon klingelt. Und vergiss bei der Preisverleihung auch nicht, dich bei deiner Mutter zu bedanken – die mögen keine Oscarpreisträger in Hollywood, die sich nicht bei ihrer Mutter bedanken.

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