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Projekt 42Dieses Mal habe ich nicht vor, meinen Beitrag für das Projekt 42 in letzter Sekunde rauszuhauen, und deshalb habe ich ihn schon jetzt geschrieben – einen Tag nach dem Beginn der neuen Runde mit dem Stichwort Kleider.

Kleider machen Leute heißt es bekanntlich, was natürlich vollkommener Blödsinn ist, denn selbstverständlich ist es genau andersherum: Leute machen Kleider. Wenn man dann aber auf die Straßen schaut, beginnt man schon zu grübeln – stimmt es womöglich doch? Machen unsere Kleider uns zu dem, was wir für andere sind? Zumindest teilweise? Es gibt ja wohl nur sehr wenige Leute, die reinen Gewissens angeben können, irgendetwas anzuziehen und wahlweise auch nackt herumzurennen, ohne dabei ein ungutes Gefühl zu haben. Ich für meinen Teil gebe jedenfalls zu: ich will mich wohl fühlen in dem Zeug, das ich anhabe und da ich das in einem Gold-Pulli von Ed Hardy nicht kann, trage ich eben einen schwarzen mit der Inschrift “Hard Eddy” und freue mich meines kurzen, eingekleideten Lebens.

Bei anderen Leuten ist es jedoch genau andersherum. Ein kurzer Blick auf die Porno-Industrie verrät dem geübten Beobachter zum Beispiel rasch: Kleider machen nicht unbedingt Leute, denn so ein pornographischer Film kann theoretisch vollkommen ohne Kleidung auskommen und trotzdem werden die Leute in so einem Filmchen gemacht. Und nicht nur das: sie können sogar dadurch, dass sie keine Kleider tragen neue Leute machen – der kleiderlose Kreis des Leutemachens quasi. Womit wir schon beim nächsten Gedanken wären: man kann Leute zwar in Kleidern machen, angenehmer ist es aber doch ohne, so wie die Affen eben – die ziehen sich für die Nudelei nämlich auch keine Poloshirts aus der TV-Werbung an, auch nicht die von Trigema.

Leute machen also Kleider, und zwar weitaus öfter, als sie es in Kleidern machen. Und gleichzeitig machen die Kleider Leute, wobei aber nicht klar gesagt ist, ob ihnen das durch ihre An- oder ihre Abwesenheit gelingt. Schlüssig ist beides und so kommt es nur auf den jeweiligen Ausgangspunkt des Betrachters an. Doch wenn wir davon einmal absehen: wenn Kleider Leute machen, dann bedeutet das doch, dass sich das Ansehen der Leute in den Augen anderer Leute durch ihre Kleidung verändert. Und das wiederum bedeutet, dass nicht die Kleider Leute machen, sondern dass die Leute Kleider Leute machen lassen. Klar soweit?

Somit ist der Übeltäter endlich gefunden, und wie immer ist es der Mensch höchstpersönlich – der kleine Saftsack. Und die Moral von diesem Quark: seid immer nackt, auch dann im Sarg.

4 Kommentare

  1. Jan

    Das ging aber schnell – ein klasse Beitrag! Vermutlich werden die meisten etwas zu diesem Sprichwort schreiben. Dass Leute Kleider Leute machen lassen, ist aber ein wirklich interessanter Gedanke…

Pings

  1. [...] xind Kleider eh bald uninteresxant; und über „Kleider kmakchen Kleute“ khat Kmokritz kvom Xockenblog kja kschon gekschrieben), kweskwegen ich khier – knach dem inkforkmatikven Kwärkme-Beitrag [...]

  2. [...] verschweigem möchte ich noch die drei blogs, die bisher schon aktiv am schreiben teilhaben: moritz (sockenblog), magrat (the daily madness) und andreas (cimddwc) mit ihren beiträgen zum wort [...]

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