Und dann steht er auf. Steht auf von der Bank, auf der er nichts mehr erwartet hat. Steht auf von der Bank, auf der er alles erwartet hat und geht los. Einfach los, Richtung U-Bahn und fragt sich, wieso Menschen hoffen. Wieso Menschen hoffen, wieso er hofft, gehofft hat und immer noch hofft obwohl die Hoffnung am Ende doch sowieso nichts mit sich bringt, außer einer kalten Dusche im kalten Regen. Er weiß es nicht. Denn obwohl er weiß, dass das Hoffen vergebens ist, dass es schon immer vergebens gewesen ist hat er doch immer weiter gehofft und gewusst und gehofft und gewusst, dass es nichts bringt.
Auf der anderen Straßenseite steht ein kleines Kind. Ein kleines Kind mit Familie, Kind, Vater, Mutter, Kind und alle drei strahlen sie und lachen und strahlen und er weint. Die Tränen rollen ihm die Backen entlang, eine nach der anderen. Eine Träne für jede Stunde, die er gewartet hat. Eine Träne für jeden Tag, den er gewartet hat. Eine Träne für jedes Jahr, das er gewartet hat und noch viel mehr Tränen. Träne um Träne, alle laufen sie hinunter und er läuft und läuft weiter, einfach weiter.
Und dann hört er auf. Hört auf zu laufen, hört auf zu weinen. Liegt auf seinem Balkon und schaut in den Nachthimmel. Er sieht die Sterne und er denkt an das Kind und an die Bank und an heiße Schokolade im Winter. Und er fragt sich, wieso er das tut. Fragt sich, wieso er weiter macht, immer weiter macht und nicht einfach aufhört. Und dann begreift er. Begreift, warum er hofft, jeden Tag aufs Neue hofft und schaut in den Himmel. Schaut in den Himmel und hofft.
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