*Update* Die Stadt Augsburg ist zurückgerudert und hat die Zahlungsforderung zurückgenommen.
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In den letzten Monaten ist es wiederholt zu Abmahnungen von Bloggern gekommen, wobei ich bisher in keinem mir bekannten Fall bestätigen kann, dass eine Abmahnung wirklich die richtige Lösung dargestellt hat. Im Gegenteil, ich bin sogar der Ansicht, dass die meisten dieser Fälle viel sinnvoller gelöst werden, wenn der Beschuldigte und der Abmahnende sich in Verbindung setzen und gemeinsam eine Lösung aushandeln – ganz ohne Klage, Mahnung, Geldforderungen und ähnliches, denn dieser Kram bewirkt am Ende doch immer nur eines: leere Kassen beim Blogger und negative Schlagzeilen für den Abmahnenden.
Trotzdallem geht die Abmahnwelle weiter, weshalb ich mich dazu genötigt sehe, dass zu tun, was man als – noch nicht ganz mittelloser – Blogger tun kann: auf die Fälle aufmerksam machen. Heute zum Beispiel durfte ich in der Webpräsenz der Augsburger Allgemeinen einen Artikel über die Abmahnung eines Augsburger Bloggers (via nullsummenspiel) lesen, in dem berichtet wird, dass ein Blogger von der Stadt Augsburg abgemahnt worden ist, nach dem er angefragt hatte, ob er die von ihm gekaufte Domain augsburgr.de nutzen dürfe.
Das muss man sich einmal vorstellen! Da versucht ein junger Mann rechtlich alles korrekt zu erledigen und bittet bei der Stadt um eine Genehmigung, bekommt aber eine Absage, weil die Adresse ja missbraucht werden könne. Nachdem der Blogger die Domain dann wie verlangt wieder löscht, darf er sich über einen zweiten Anwaltsbrief freuen, in dem von ihm gefordert wird, die Anwaltskosten in Höhe von fast 1900€ zu begleichen.
Darf ich daraus schließen, dass ich mich in Zukunft nicht mehr dazu durchringen sollte, einfache Anfragen an Stadt oder Gemeinde zu schicken, weil mich das einen Haufen Kohle kosten könnte? Und darf ich daraus schließen, dass die Vertreter der Stadt Augsburg sich unglaublich langweilen? Und darf ich weiterhin daraus schließen, dass Augsburg in den nächsten Tagen mit einem Haufen negativer Schlagzeilen zu kämpfen haben wird, so dass sich die Stadt Gedanken machen dürfte, ob Abmahnungen wirklich so geil sind, wie sie sich anhören? Darf ich? Darf ich? Darf ich?!
Andere Artikel zum Thema: provinzblog, spon,
3 Kommentare
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Lustig ist es jetzt geworden, weil Spiegel Online sich des Themas angenommen hat. Da werden jetzt einige Leute in der Stadtverwaltung ganz aufgeregt hin- und herlaufen und nicht wissen was hier eigentlich los ist.
Die sind es hier in Augsburg nicht gewohnt, dass “echte” Medien bei ihnen im Amt nachfragen :) Aber was soll man sage: Man erntet, was man sät…
Pings
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[...] ist ja nicht lange her, dass ein Fall von Abmahnwahn durch die Blogosphäre geisterte. Damals wurden unter anderem Bastler der Community Dawanda von [...]




Ja, du darfst.
Aber was soll man machen. Die meisten Menschen wollen halt schnell Geld verdienen und Abmahnen ist da immer noch eine der schönsten Einnahmequellen, da Blogger nun einmal keine homogene Masse sind. Sie sind Einzelpersonen, denen man direkt etwas vorwerfen kann, ohne groß jemanden ans Bein pinkeln zu müssen.