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Der LemonHead hat mir einen Stock in die Fresse gerammt und mir die Aufgabe erteilt, das Album “XXY” von “The Young Gods” zu zensieren rezensieren. Da ich nicht diesen komischen Weg über acht mal Proxy, zweimal links und die Kreuzung gerade verlassen gehen wollte, habe ich versucht, die CD bei lastfm anzuhören -- ohne Erfolg. Erstens ist sie nicht komplett auf der Plattform vertreten, zweitens bin ich zu doof, ein einziges Album auszuwählen und drittens gibt es nicht. Deshalb habe ich mir einfach alle Titel, die man von “The Young Gods” online anhören kann, angehört. Betrachtet den folgenden Text also nicht als eine Albenrezension, sondern eher als den Test eines Eimers voll Musik.

Zu Beginn dachte ich mir einfach nur “Boah, das ist laut!”, aber schon kurze Zeit später war mir klar, dass die Band durchaus interessante Sachen abzieht. Dieser Mix aus Rufen, Gesang, schnellem Schlagzeug, etc. ist schon ganz eindrucksvoll. Auch die elektrischen Effekte machen sich ganz gut und ich kann mir vorstellen, dass so etwas live wirklich klasse ist.

Noch viel interessanter als die Musik der Jungs ist meiner Meinung nach jedoch ihre Herkunft. Bei dieser Art des elektronischen Sampler-Hard-Rocks hätte ich wirklich auf alles getippt: Finnland, Schweden, Irland, Tschechien, Amerika, Spanien, aber mit diesen Gedanken lag ich vollkommen falsch. Die Band kommt tatsächlich aus der Schweiz und spielt unter anderem Lieder, die auch damals in Woodstock Bethel vorgetragen wurden. Jimi Hendrix mit Bumbum und Wuaaah quasi. Gleichzeitig gibt es aber auch Titel, die vollkommen aus diesem Spektrum heraus fallen. Lieder, die nicht an eine bessere Version von Deichkind, sondern eher an Manu Chao erinnern -- was für eine Mischung.

“The Young Gods” machen meiner Meinung nach das, was auf einer Party wirklich gut ankommen kann. Beim Arbeiten oder Entspannen ist ihre Musik jedoch gänzlich ungeeignet -- die starken Trommelschläge, die Rufe und die Effekte machen es einem unmöglich, die Lieder in den Hintergrund treten zu lassen.

Ich muss die Musik scheinbar ja auch bewerten, wobei ich die Bewertung von Musik grundsätzlich nicht sehr schätze. Ich höre auch Bands, denen ich als Note nur eine 3- geben würde, die mir aber trotzdem sehr gefallen. Da ich hier aber wohl oder übel eine Wertung abliefern muss, mache ich es kurz und schmerzvoll: die Musik ist geil, kann einem auf die Nerven gehen und liegt mir, dem Ska-Reggae-Blues-Punk-Rock-Hörer nicht unbedingt. Trotzdem würde ich sie nicht als schlecht einstufen -- eher als unpassend, für meine Verhältnisse.

Ja, lieber LemonHead, irgendwie scheinen wir hier ausnahmsweise mal etwas auseinander zu liegen. Schaut man nämlich auf unseren lastfm-Geschmack, so findet man fast eine perfekte Übereinstimmung ;-)

2 Kommentare

  1. Ist ja doch schon etwas älter, kannte ich aber noch nicht. Hört sich recht gut an und erinnert ein bisschen an NIN. I like it.

  2. Ach, so schlecht scheinst du die Band ja gar nicht zu finden wenn man deinen Text so liest. :)
    Ist jetzt auch nicht meine Mega-Tüdeldü-Lieblingsband, aber das Album war mir zuletzt einfach positiv aufgefallen nachdem ich mich entschlossen hatte, just 4 fun den schweizerischen Musikmarkt besser kennenzulernen. (Daher hab ich auch an andere zum Teil Musik aus der Schweiz zum rezensieren verteilt).

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