Abonnierten!

Da ist Deutschland jahrelang am Afghanistan-Einsatz der ISAF beteiligt und keinen stört es. Es gibt zwar immer wieder Einsprüche, aber von richtigem Widerstand kann nicht die Rede sein. Doch kaum bauen drei Soldaten in einer hektischen Situation einen Unfall und sterben dabei – was in den Medien als “Tod im Feuergefecht” o.ä. betitelt wird -, ist der Fall für viele klar: das in Afghanistan ist gar keine Aufbauarbeit in ruhiger Lage, mit Sandstrand und Cocktails im Sonnenschein, nein das ist Krieg.

Ach was? Natürlich ist das Krieg, wenn sich Menschen gegenseitig über den Haufen schießen – das hätte ich aber auch schon vorher sagen können. Dass die Große Koalition den Begriff dennoch abstreitet überrascht in keiner Weise und ist nur ein weiteres Zeichen für die Inkompetenz unserer führenden Politiker. Dabei hätten sie doch die Möglichkeit, offen und ehrlich auf die Bürger zu zugehen und zu sagen: “Ja, das ist ein Krieg, aber wir werden uns nicht davon abwenden und unsere Schutztruppen zurückziehen, weil wir der Meinung sind, dass wir die afghanische Bevölkerung nicht im Stich lassen dürfen.”

Das wäre ehrlich und damit könnten sich viele Gegner des Einsatzes sicherlich besser abfinden, als mit stumpfen Lügen. Aber für solche Aussagen hat scheinbar niemand mehr die nötigen Eier in der Hose. Ärgerlich.

8 Kommentare

  1. Wenn du wirklich glaubst, dass wir die “afghanische Bevölkerung” im Stich lassen würden, wenn wir abziehen, dann denke ich, hast du dich nicht wirklich mit Afghanistan auseinader gesetzt. Die ISAF-Truppen werden dort nicht als Beschützer sondern als Besatzer angesehen. Und genau das sind sie dort auch. Genau wie früher die Sowjetunion.

    Deutschland verfolgt in Afghanistan imperalistische Interessen. Es geht dort um die Vormachtstellung im Nahen Osten sowie um den Koridor zwischen dem ölreichen nahen Osten und dem ölhungrigen Westen. Das Deutschland dort dabei ist, ist für die Wirtschaft und die Abhängigkeit von Russland enorm wichtig. Steinmeier hat es damals auf dem Willy-Brandt Forum richtig gesagt: “Wir verfolgen in Afghanistan Deutsche Interessen!”.

    Und natürlich ist dort unten Krieg! Ob sie es von offizieller Stelle nun zugeben oder nicht! Das ist ziemlich egal. Ich finde es nur schlimm, dass alle jetzt aufeinmal um die drei Soldaten drauern. Wenn ein Mensch zum Soldat wird, dann ist er Schlächter und Schlachtvieh in einer Person. Es ist sein Berufsrisiko zu sterben. Punkt! Und jeder der Soldat wird muss das wissen.

    • Ich muss zugeben, dass Afghanistan nicht gerade mein Fachgebiet ist, aber das Zitat war ja eher auf die Politiker der Großen Koalition bezogen. Ich habe das aber ziemlich dumm formuliert – sollte das Schreiben sein lassen, wenn ich müde bin ;-)

      • achso ok. Naja aber ich kann dir echt empfehlen dich mit Afghanistan auseinader zu setzen. Weil man kriegt echt mit, dass die “Allierten” in Afghanistan die selben Interessen vertreten wie damals die Russen. Wirklich interessant die Geschichte Afghanistans!

    • Oh bitte, kein Imperialismusgeschwafel.

      Ich habe an der Uni Leute die in Afghanistan waren, als Soldaten , aber auch als freiwillige Helfer und die versuchen tatsächlich mit den Leuten da auszukommen und denen zu helfen. Und dann kommst du daher und redest von Berufsrisiko, da hätte ich dich schon für weiter gehalten.

      Um mal zum Thema zurückzukommen. Warum die Politik sich sträubt, das da unten Krieg zu nennen? Vielleicht weil sie die Taliban nicht aufwerten wollen? Die Fanatiker sind Terroristen und keine Befreiungskämpfer – also so würde ich als Politiker argumentieren :D

      • Ist ein Schullehrer Pazifist
        und sagt, wie es in Wahrheit im Kriege ist –:
        dass Generale Kriegsinteressenten sind,
        ganz gleich, wer verliert; ganz gleich, wer gewinnt …

        dann – sollte man meinen – freun sich die Eltern für ihr Kind?
        Jawoll!
        Dann erhebt sich ein ungeheures Elterngeschrei:

        »Raus mit dem Kerl! Das ist Giftmischerei!
        Unser Junge soll lernen, wie schön die Kriege sind!
        Wir warten schon drauf, wann wieder ein neuer beginnt –
        und dazu liefern wir gratis und franko 1 Kind!

        Jawoll!«

        Die Elternbegeisterung ist ganz enorm.
        Die Mütter: aus Liebe zur Uniform.
        Die Väter, die Lieferanten für den Schützengraben,
        denken: warum sollen denn diese Knaben
        es besser als unsereiner haben?
        Nicht wahr?

        Die Fabrikation eines Kindes ist nicht sehr teuer.
        Aber erhöh mal ein bißchen die Umsatzsteuer –:
        dann kreischen die Herren Eltern, dass der Ziegel vom Dache fällt.

        Man trennt sich leicht vom Kind.

        Aber schwer vom Geld.

        Bekommt das Kind einen Bauchschuß? Das macht ihnen keine Schmerzen.

        Doch ihr Geld – das lieben die Herren Eltern von Herzen.

        Jawoll!
        Mitleid mit den Opfern, die da fallen für Petroleum, für Fahnen,
        für Gold –?

        Die Herren Eltern haben es so gewollt.

        Kurt Tucholsky

        Muss man mehr dazu sagen?

  2. @Felix: Dann bist du aber nicht besser als die Eltern in dem Gedicht, ist dir ja auch scheißegal, was mit den jungen Männer passiert ist oder?

    Du siehst ja auch nur die Uniformen und nicht die Kinder, die Menschen dahinter.

  3. Nein das siehst du falsch buzze. Mir ist es nicht scheißegal was mit den jungen Männern passiert wobei der Vergleich jetzt auch hinkt, weil diese Soldaten nicht meine Kinder sind aber was soll. Nein was ich sagen will ist, dass ich das aufheulen nicht verstehe, wenn deutsche Soldaten in Afghanistan umgebracht werden. Wir sind dort im Krieg und jeder Soldat ist Schlächter und Schlachtvieh. Ist so! Deshalb bin ich dafür, dass Militär abgeschafft wird aber ist ne andere Sache.

    Das die Politiker nicht von Krieg reden hat nix mit Aufwertung zutun. Sobald ein Offzieller Militär von krieg spricht, müsste man die Talbian nach den Genfer Konventionen behandeln. Das ist der springende Punkt.

Pings

  1. [...] hat Moritz vom Sockenblog, diese Thematik mit dem Wort Krieg auch schon mal behandelt! Bookmark It [...]

Kommentar hinterlassen

Achtung: Erstkommentatoren landen in der Moderation! Alle Angaben sind freiwillig (anonyme Kommentare sind zugelassen).







RSS: Beiträge / Kommentare
Impressum und Kontakt