Die kleinen Weltveränderer
Es war einmal eine kleine Maus namens Hans-Peter Zischl, doch alle nannten sie nur Bob. Bob liebte Paintball über alles und er liebte Bieröffner. Seine Bieröffnersammlung war die größte im ganzen Universum, jedenfalls dachte Bob das. Was Bob überhaupt nicht mochte, war der Krieg. “Krieg”, so sagte Bob jeden Mittwoch um 14:47Uhr, “Krieg ist was für Pferde.” Und dann fügte er jedes Mal hinzu: “Wichtig ist ja, dass man sich lieb hat und so.”
Jeden Sonntag ging Bob mit seinem Gotcha-Clan zum Paintball auf die große Wiese hinter den acht Scheunen. Bobs Clan, der Clan der fetten Drindlträger, war der beste Clan aller Clans und gewann jedes Turnier, jeden Clanwar und die Schafkopf-Runden am Samstag Nachmittag. Alle im Clan waren gute Freunde und erzählten sich immer wieder bescheuerte Geschichten. “Ich habe mal einen Böller angezündet und war so aufgeregt, dass ich das Feuerzeug weggeschmissen habe und den Böller in der Hand behielt. Man tat das weh.”, sagte Bobs bester Freund Charlie und alle Clanmitglieder lachten wie die Pferde.
Auch diesen Sonntag trafen sie sich wieder auf dem Paintballfeld, doch was war das? Emil, der Frosch mit Legasthenie hatte normale Straßenkleidung an. “Ach je, ich hap kerate main Dirntl in die Wesche geschmisän!” meinte Emil und alle lachten. “Schade”, sagte Bob, “dann musst du heute wohl aussetzen.” Wieder gluckste das ganze Team und sie verteilten sich auf dem Feld.
Doch bevor die Farbschlacht beginnen konnte, kam der Besitzer des Feldes und sagte zu ihnen: “Tut mir Leid Leute, ihr könnt hier nicht spielen. Der Verband der großmäuligen Pferde hat Paintball verboten und stattdessen angeordnet, dass der Bundesbär allen zeigt, wie toll es im Krieg ist.” Die Freunde trauten ihren Ohren nicht und Gustav der Specht fragte: “Wieso haben sie Paintball verboten? Das Spiel macht uns doch Spaß!” Der Feldbesitzer antwortete: “Ich weiß, ich weiß, aber der VDGMP meint, dass Paintpallspieler irgendwann zu echten Mördern werden und aggressiver als andere Tiere sind.” “Das ist doch Bullshit!”, meinten die Tiere und gingen nach Hause.
Zu Hause fragte sich Bob, wieso der Bundesbär Tiere für den Krieg werben sollte, obwohl sie dort doch wirklich zu Mördern würden, während er selbst und seine Freunde ganz normale Tiere waren. Doch er fand keine Antwort und so knipste er den Fernseher ein und sah sich die neue Staffel von DSBS (Dirk sucht bengalische Seehunde) an. Nach wenigen Minuten war ihm die Sache aber zu nervig und er stellte das Gerät wieder ab.
“Geschmack ist halt auch Geschmackssache.”, sagte Bob und ging in sein Bett.
Am nächsten Morgen wachte Bob auf und plötzlich wusste er, was zu tun war. Er erinnerte sich an eine Rede seines Großvaters, in der er von der Politik gesprochen hatte. “Politik ist, wenn die Pferde komische Entscheidungen treffen, die nix bringen!” hatte Bobs Opa gelallt und nach einer kurzen Pause hinzugefügt: „Nee, entschuldigen Sie, hier kann ich nicht sitzen bleiben, ich stinke zu sehr nach Schweiß.“
Bob war jetzt klar was zu tun war und so trommelte er alle seine Freunde, die Freunde seiner Freunde, die Geschwister der Freunde seiner Freunde und alle zweiäugigen Katzen zusammen. Alle versammelten sie sich auf der großen grünen Wiese und Bob begann, ihnen das Problem zu erklären. Er erzählte ihnen vom gemeinen Verband der Pferde, vom bösen Bundesbären und vom unsinnigen Paintballverbot, das ihn und seine Freunde traurig machte. Zum Schluss schrie er “Die Pferde müssen raus!” und wartete auf den Beifall. Doch komischerweise gab es keinen Beifall – nur aufgeregte Klatscher von seinen Freunden. Der Rest der Tiere ging nach Hause und sah sich die neue Folge von DSBS an.
Bob wurde traurig und seine Freunde versuchten ihn aufzuheitern. Es wunderte sie alle, dass die anderen Tiere sich nicht für das Paintballverbot interessierten. Ganz besonders wunderte es sie bei den Katzen, bis Otto der Postbote kam und ihnen erklärte: “Aber die Katzen hatten doch erst die Idee zu diesem Verbot. Die sind Schuld und haben den Pferden Lügen erzählt. Und ihr wisst ja wie dumm Pferde sind.” Da ging Bob ein Licht auf und er stellte fest: “Nee, hört mal, eine Katze erträgt das nicht, in der Nähe ihrer eigenen Exkremente zu sein.” “Genau so ist es!”, sagte Otto und ging wieder Briefe in Briefkästen werfen, denn er war ja Postbote und Briefe in Briefkästen werfen war sein Job.
Bob und seine Freunde blieben jedoch noch und diskutierten angeregt. Sie machten sich Gedanken über ihre Zukunft und versuchten einen Ausweg zu finden. Sie redeten bis zum nächsten Morgen und dann hatten sie eine Idee: sie wollten eine Partei gründen und selbst Politiker werden. “Nur so können wir die Welt verändern und allen Pferden und Katzen in den Arsch treten!”, verkündete Bob und alle stimmten ihm zu. Doch leider wusste keiner von ihnen, wie sie die Partei nennen sollten, bis auf einmal der einäugige Holzbein-Karl vorbeikam. Holzbein-Karl war eine fette Elster und er verbrachte den Tag damit, reichen Tieren ihr Geld zu klauen und es an arme Tiere zu verteilen. “Ich hab’s!” prophezeite Karl und sagte: “Ihr könnt eure Partei einfach Piratenpartei nennen, das klingt gruselig und man kann es sich leicht merken.” “Ja, das tun wir!” sagte Bob und die Tiere feierten weiter, bis zum Morgen des übernächsten Tages.
Das war er, mein Beitrag zur Blog-Parade von uiuiuiuiuiuiui, die ihr euch hier ansehen könnt.
6 Kommentare
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Hihihihi. Viel besser als mein Text und auch ein politischer Bezug, prima!
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Die bildliche Vorstellung, wie eine Elster mit Holzbein vorschlägt eine Piratenpartei zu gründen find ich Klasse :D
Gute Geschichte. -
Der Blog gefällt mir gut! Weiter so.
Dr. Satori.
Pings
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[...] Auch der “Sockenblog” nahm teil, mit seiner Geschichte “die kleinen Weltveränderer” [...]




Ich mag ja das vermischen von symbolischen Sätzen mit teilen die absolut keinen Sinn ergeben ;)