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Es gibt Tage, da beschließt manch einer von uns, sich auf seine zwei Arschbacken zu setzen und ein Buch zu schreiben. Einige von diesen Büchern werden später Bestseller, andere werden gut, und hin und wieder gelingt es einem Autoren, einen guten Bestseller zu schreiben. Doch egal, ob ein Bestseller beschissen, mittelmäßig oder genial ist, es kommt der Tag, da stürzen sich die Filmemacher auf ihn, um die Worte der originalen Geschichte in Bilder umzusetzen. Aber hat eine Verfilmung überhaupt die Chance, sich gegen ihre Vorlage durchzusetzen, oder sie sogar zu übertrumpfen?
 
Wenn ich höre, dass eines meiner Lieblingsbücher verfilmt werden soll, stöhne ich zuerst laut auf. Nicht selten verfluche ich dann den Autor, weil er der Macht des Geldes nachgegeben hat, oder mich selbst, weil ich ihn mit dem Kauf des Buches unterstützt habe. Nach einer Weile legt sich diese Wut allerdings immer und ich lasse den Film einfach auf mich zukommen. Anhand von YouTube-Videos und Kritiken versuche ich dann festzustellen, ob es sinnvoll ist, sich das Übel anzutun, oder ob ich mich nicht doch lieber in meinem Wäschekorb verkriechen sollte. Meist entscheide ich mich gegen den Wäschekorb.
 
Ich will nicht alle Buchverfilmungen in den Dreck ziehen, weil mir ein paar doch ganz gut gefallen, und auch die, die es nicht tun, müssen nicht unbedingt schlecht sein. Die Triologie des Herrn der Ringe finde ich in bewegten Bildern zum Beispiel sehr gut, auch wenn die Filme für mich lange nicht an Tolkiens Bücher herankommen. Ähnlich ist es bei alten Karl May Filmen, die ich mir immer wieder gerne ansehe. Die einzigen Filme, die für mich aber wirklich mit ihrer Buchvorlage mithalten können, sind die Geschichten zweier Gallier, die tapfer und gut gelaunt die römischen Legionen verhauen. Beim Teutates! Asterix und Obelix, die beiden sind eben immer genial.
 
Es gibt aber durchaus Bücher, von denen ich die Verfilmung nur mit einem schlichten Wort beschreiben kann: grauenvoll. Die schlechteste Buchverfilmung, die ich bis dato gesehen habe, ist die von Sakrileg. Sakrileg, ein Buch, das sowieso schon im Schatten seines Vorgängers Illuminati steht, hat in meinen Augen einen Film abgeworfen, den man nicht einmal mehr Schatten nennen sollte. Es ist für mich viel eher der jämmerliche und armselige Schatten des Schattens eines Geniestreichs, und somit Mist.
 
Grundsätzlich finde ich Buchverfilmungen zwar nicht schlimm, ich ziehe die Bücher jedoch eindeutig vor. Das Problem dabei ist eben einfach, dass jeder mit seiner eigenen Vorstellungskraft durch die Erzählungen eines Buchs wandert. Genau diese wird einem im Film aber genommen, und das kann einem die Erinnerung ganz schön versauen. Ein Beispiel von mir dafür ist der von J.R.R. Tolkien erschaffene Gollum. Ich habe mir dieses Wesen beim Lesen der vier Bücher immer als eine Art Sleimok vorgestellt und komme bis heute nicht mit dieser koboldartigen Figur aus den Filmen zurecht. Für mich passt diese Darstellung Gollums einfach gar nicht in das Mittelerde in meinem Kopf; sie ist falsch und ich denke nicht, dass ich mich je an diesen kleinen Fratz gewöhnen werde.
 
Ein weiteres Problem von Verfilmungen ist in meinen Augen, dass sie oft sehr lieblos auf die Leinwand geklatscht werden. Die Hersteller gehen einfach davon aus, dass der Film zu einem bekannten Roman die Kinos schon vollkriegen wird, egal wie gut er ist. Außerdem sind die Filme immer um einiges kürzer als ihre Vorlagen, wodurch auch die Inhalte der Geschichten immer nur in stark gekürzter Form auftreten.
 
Für mich ist klar, dass die meisten Buchverfilmungen nicht einmal ansatzweise an ihre Buchvorlage herankommen. Wenn man sich aber nicht zu sehr auf das zuvor Gelesene versteift und sich einen Film ansieht, ohne ständig nach falschen Fakten, verdrehten Inhalten oder misslungenen Drehorten zu suchen, dann kann auch eine Buchverfilmung ganz schön anzusehen sein. Ich ziehe den bewegten Bildern jedoch trotzdem das originale Buch vor. Wer zu faul zum Lesen von ewig langen Romanen ist, dem empfehle ich hingegen die Hörbücher, die sich, im Gegensatz zum Film, kaum vom Buch unterscheiden.
 
Das war er, mein Beitrag zur Blogparade von freqnet. Die Parade läuft noch bis zum 22.02.2009, dem Tag der diesjährigen Oscarverleihung.

10 Kommentare

  1. Asterix & Obelix fand ich als Verfilmung zwar schrecklich, aber so gehen die Meinungen halt auseinander. ;)

    Buchverfilmungen die ich sehr mag:

    Into the Wild
    Requiem for a Dream
    Schmetterling und Taucherglocke
    Der ewige Gärtner
    Full Metal Jacket
    Shining
    No Country for old men
    Stalker
    Fight Club

    Man muss dazu sagen dass verschiedene Filme sich nur sehr leicht an das Buch lehnen. Bei “Requiem for a Dream” hat, glaube ich, sogar der Autor des Buches auch das Drehbuch geschrieben, was ja eher selten vorkommt.

  2. mig

    Ich glaube, es ist halt auch einfach schwer, Buch und Film auf ein Niveau zu bringen. Ein Buch ist nunmal kein Film und ein Film kein Buch – zwei komplett unterschiedliche Medien, von denen man auch nicht erwarten kann, dass sie sich (inhaltlich) ähneln.

    Deshalb ist es irgendwie immer frustrierend, wenn man die Verfilmung eines seiner Lieblingsbücher sieht. :P

  3. Außerdem gibt es zu einigen berühmten und auch guten Büchern ganze Hörspiele – da ist manches wirklich sehr schön anzuhören.

  4. Danke für’s Mitmachen!

    Ja, oft werden Bücher nur des Geldes wegen verfilmt, was man dann auch daran sieht, dass die Macher nicht wirklich mit Leidenschaft dabei sind. Zum Glück ist das ja aber nur ein Teil davon.

    Bei Hörbüchern hab ich allerdings leider auch schon schlechte Erfahrungen machen müssen. Z.B. waren in einer Hörbuchfassung eines Scheibenwelt-Romans teils ganze Kapitel weggelassen worden, um die Hörzeit zu verkürzen. Das ist dann wirklich schade, gerade, wenn man das eigentliche Buch dazu nicht kennt.

  5. @beetFreeQ: Immer wieder gerne. Ein weiteres Problem bei Hörbüchern kann auch der Sprecher sein. Wenn der schlecht ließt, oder eine unangenehme Stimme hat, bringt das einen schnell mal dazu, das Hörbuch abzustellen und sich doch das Buch zu kaufen :-)

  6. Was mir gerade auffällt, ist die Tatsache, dass ich mich überhaupt nicht mehr daran erinnern kann, wie ich mir Gollum vor den Filmen vorgestellt hatte.. erschreckend!
    In sich aber ein sehr angenehm geschriebener Bericht, den ich soweit auch unterschreiben würde! (Okay, Sakrileg fand ich nicht ganz so schlimm, aber sonst.. ^^)

  7. Zu Sakrileg kann ich nur dito sagen. Eine völlig seelenlose Verfilmung, Ron Howard kanns einfach nicht. Das Buch ist ja nun auch nicht hohe Literatur, aber durch seinen Detailreichtum wahnsinnig Spannend zu lesen. Der Film kann so viele Details gar nicht umsetzen und wirkt besonders durch Tom Hanks teilweise doch recht oberlehrerhaft.

    Zu Gollum kann ich nur anmerken, dass ich mir “die beiden” auch anders vorgestellt habe. Irgendwie fischiger, amphibienartig, was vor allem an “Der Hobbit” liegt, der hat mich in der Hinsicht geprägt :)

  8. @buzze: Bei mir liegt das auch an “Der kleine Hobbit”. Beim Lesen des Buchs habe mir einfach ein glitschiges Etwas vorgestellt 8)

Pings

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